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Verdauung

Durchfall beim Hund: Schonkost und Darmaufbau

Durchfall beim Hund: Schonkost richtig füttern, wann die Tierarztpraxis dran ist und warum die Darmflora nach dem Durchfall länger braucht

Durchfall beim Hund: Schonkost richtig füttern, wann die Tierarztpraxis dran ist und warum die Darmflora nach dem Durchfall länger braucht.

Morgens im Flur liegt eine Bescherung, und der Hund steht daneben und wirkt eigentlich ganz munter. Durchfall gehört zu den häufigsten Gründen, aus denen Hundehalter in der Tierarztpraxis anrufen. Bei einem ansonsten gesunden erwachsenen Hund beruhigt sich die Lage oft innerhalb von zwei bis vier Tagen wieder.

Es gibt aber Situationen, in denen Abwarten die falsche Entscheidung ist. Und es gibt einen zweiten Teil, den fast alle überspringen: Wenn der Kot wieder fest ist, ist der Darm noch nicht wieder im Gleichgewicht. Genau daran liegt es, wenn zwei Wochen später alles von vorn beginnt.

Die ersten Stunden: vier einfache Dinge

Wasser immer erreichbar.

Bei Durchfall geht Flüssigkeit verloren, und das ist der Punkt, der zählt. Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein.

Leckerlis und Kauartikel weg.

Auch die harmlosen. Alles, was zusätzlich verdaut werden muss, kommt jetzt zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Ruhe statt Programm.

Kurze Runden zum Lösen, kein Training, kein Toben mit anderen Hunden.

Kleine Portionen statt Nulldiät.

Dazu gleich mehr.

Hungern lassen? Besser nicht

Der Rat, einen Tag lang gar nichts zu füttern, hält sich hartnäckig. Er gilt inzwischen als überholt. Die Darmschleimhaut und die Bakterien im Darm brauchen etwas, wovon sie leben können, und ein leerer Darm liefert das nicht.

Bei manchen Hunden ist Futterentzug sogar riskant, nämlich bei Welpen und Junghunden, sehr kleinen Rassen, alten Hunden und Tieren mit Vorerkrankungen. Diese Hunde gehören bei Durchfall ohnehin früh in die Tierarztpraxis, nicht auf Diät.

Der bessere Weg ist der umgekehrte: früh wieder anfangen, aber klein und leicht verdaulich.

Schonkost: das Rezept ist der einfache Teil

Der Klassiker ist gekochtes Hühnerfleisch ohne Haut mit weich gekochtem Reis, etwa ein Teil Fleisch auf zwei Teile Reis. Statt Reis geht auch gekochte Kartoffel, statt Huhn. Weich gekochte Möhre passt gut dazu. Alles ungewürzt, ohne Öl, ohne Salz, lauwarm.

Wichtiger als das Rezept ist die Art der Fütterung:

  • Tagesmenge auf vier bis sechs kleine Portionen aufteilen statt auf zwei
  • am ersten Tag mit deutlich weniger anfangen und dann steigern
  • zwei bis drei Tage bei der Schonkost bleiben, nachdem der Kot wieder fest ist, aber nicht länger, denn Schonkost ist keine vollwertige Dauerernährung
  • das gewohnte Futter über drei bis vier Tage schrittweise wieder einführen

Eine Ausnahme: Wenn Ihr Hund auf ein bestimmtes Diätfutter eingestellt ist, wechseln Sie es nicht eigenmächtig, sondern sprechen vorher mit Ihrer Tierarztpraxis.

Wann die Tierarztpraxis dran ist

Bei diesen Punkten nicht abwarten, sondern anrufen:

  • Welpen, Junghunde und sehr alte Hunde grundsätzlich früh
  • Blut im Kot oder schwarzer, teeriger Kot
  • Erbrechen zusätzlich zum Durchfall
  • Fieber, Apathie oder Verweigerung von Futter und Wasser
  • ein harter oder schmerzhafter Bauch
  • Durchfall, der länger als 48 Stunden unverändert anhält
  • Verdacht auf Gift, Fremdkörper oder Verdorbenes
  • Hunde mit Vorerkrankungen oder unter Dauermedikation

Und wenn weicher Kot über Wochen immer wiederkehrt, ist das ein eigenes Thema. Dann bringt Schonkost keine Lösung, sondern verdeckt nur die Frage, die eigentlich beantwortet werden müsste. Das gehört abgeklärt.

Der Teil, den fast alle überspringen

Fester Kot ist das erste sichtbare Zeichen der Besserung. Die Zusammensetzung der Bakterien im Darm braucht dagegen länger, und zwar deutlich länger. Nach einem unkomplizierten Infekt sind zwei bis drei Wochen realistisch. Nach einer Antibiotikabehandlung eher vier bis sechs, denn Antibiotika wirken nicht selektiv und treffen auch die Bakterien, die im Darm gebraucht werden.

Das erklärt, warum Gaben über drei Tage in dieser Phase selten etwas Bleibendes bewirken. Und warum bei manchen Hunden zwei Wochen nach der überstandenen Episode wieder weicher Kot auftaucht.

Präbiotika und Probiotika, kurz erklärt

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die zugeführt werden, zum Beispiel bestimmte Enterokokken- oder Bacillus-Stämme. Sie sind als zootechnische Zusatzstoffe zugelassen und tragen auf dem Etikett eine Registriernummer, Stamm und Menge sind also definiert.

Präbiotika sind unverdauliche Ballaststoffe, die den erwünschten Bakterien im Dickdarm als Nahrung dienen, etwa Fructo-Oligosaccharide oder Bestandteile aus Zichorie.

Beides zusammen ist sinnvoller als eines allein. Zugeführte Bakterien brauchen etwas, wovon sie leben können.

Eine Sache nach der anderen

Der häufigste Fehler in dieser Phase ist derselbe wie bei jeder Futterumstellung: Es werden zwei Präparate gleichzeitig begonnen und nebenbei wechselt das Futter. Wenn sich danach etwas verändert, weiß niemand, woran es lag.

Führen Sie ein Produkt ein, bleiben Sie mindestens zwei Wochen dabei und beurteilen Sie danach.

Was einen Hundedarm dauerhaft stabil hält

Die meisten wiederkehrenden Verdauungsprobleme lassen sich auf wenige Punkte zurückführen. Feste Fütterungszeiten und gleichbleibende Rationen geben dem Verdauungssystem einen Rhythmus. Futterwechsel gehören über sieben bis zehn Tage schrittweise eingeführt. Leckerlis und Kauartikel sollten in die Tagesration eingerechnet werden, weil sie sonst unbemerkt einen erheblichen Anteil ausmachen. Und Stress durch Umzüge oder Veränderungen im Haushalt wirkt auf die Verdauung stärker, als viele vermuten.

Kurz zusammengefasst

In der Akutphase geht es um Flüssigkeit, kleine Portionen leicht verdaulicher Kost und Ruhe. Danach um Zeit, denn die Darmflora braucht Wochen, nicht Tage. Und dazwischen liegt die Entscheidung, ob der Fall in die Praxis gehört.

Genau dort erhalten Sie auch die JuloVet Produkte. Das hat einen praktischen Grund: Beim Darm akut Booster ist zum Beispiel die gleichzeitige Gabe bestimmter Antibiotika zu vermeiden. Solche Punkte sind im Alltag nicht offensichtlich, und Ihre Tierarztpraxis kennt die aktuelle Medikation Ihres Hundes. Alle JuloVet Produkte werden mit Tierärzten entwickelt und in Deutschland produziert.

FAQ

Wie lange dauert Durchfall beim Hund?

Bei einem ansonsten gesunden erwachsenen Hund beruhigt sich akuter Durchfall meist innerhalb von zwei bis vier Tagen. Hält er länger als 48 Stunden unverändert an oder kommen Erbrechen, Fieber, Apathie oder Blut im Kot hinzu, gehört der Hund in die Tierarztpraxis.

Sollte ein Hund mit Durchfall hungern?

Nein, diese Empfehlung gilt als überholt. Darmschleimhaut und Darmflora brauchen etwas, wovon sie leben können. Bei Welpen, kleinen Rassen, alten und vorerkrankten Hunden ist Futterentzug zusätzlich riskant. Sinnvoller sind kleine Portionen leicht verdaulicher Schonkost.

Was kann ich meinem Hund bei Durchfall zu fressen geben?

Bewährt hat sich gekochtes Hühnerfleisch ohne Haut mit weich gekochtem Reis, etwa ein Teil Fleisch auf zwei Teile Reis. Alternativ gekochte Kartoffel. Alles ungewürzt, ohne Öl, lauwarm, verteilt auf vier bis sechs kleine Portionen. Danach das gewohnte Futter über drei bis vier Tage schrittweise wieder einführen.

Wann muss ich mit Durchfall zum Tierarzt?

Sofort bei Blut im Kot, schwarzem teerartigem Kot, Erbrechen, Fieber, Apathie, hartem oder schmerzhaftem Bauch sowie bei Verdacht auf Gift oder Fremdkörper. Welpen und sehr alte Hunde sollten grundsätzlich früh vorgestellt werden. Ebenso, wenn der Durchfall länger als 48 Stunden unverändert anhält.

Wie baue ich die Darmflora meines Hundes wieder auf?

In zwei Schritten. In der akuten Phase geht es um wenige Tage mit leicht verdaulicher Kost und einer kurzen Begleitung. Danach folgt die Aufbauphase über mehrere Wochen mit einer Kombination aus präbiotischen Ballaststoffen und probiotischen Kulturen. Führen Sie dabei ein Produkt nach dem anderen ein und bleiben Sie jeweils mindestens zwei Wochen dabei.

Wie lange dauert es, bis sich die Darmflora nach Antibiotika erholt?

Rechnen Sie mit mehreren Wochen, häufig vier bis sechs. Antibiotika wirken nicht selektiv und treffen auch die erwünschten Darmbakterien. Weicher Kot während oder kurz nach einer Behandlung braucht deshalb eine konsequente Aufbauphase.

Was ist der Unterschied zwischen Präbiotika und Probiotika?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dem Futter zugesetzt werden und als zootechnische Zusatzstoffe mit definiertem Stamm und definierter Menge zugelassen sind. Präbiotika sind unverdauliche Ballaststoffe, die den erwünschten Bakterien im Dickdarm als Nahrung dienen. Die Kombination aus beidem ist sinnvoller als eines allein.